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321/2022 THGAS HAUS R5 – Gasaustritt im Gebäude, 3-5 Verletzte vor Ort

Datum: 17. Dezember 2022
Alarmzeit: 20:44 Uhr
Dauer: 1 Stunde 46 Minuten
Art: Menschenleben in Gefahr 
Einsatzort: Flottkamp
Fahrzeuge: Einsatzleitdienst , KdoW 1 , MTW 1 , MTW 2 , TMF B32 , LF 20/16 , HLF20-1 , HLF20-2 , GW-G , GW-L2 
weitere Kräfte: ASB Hamburg , Bauhof Stadt Kaltenkirchen , EL-RD , Gasversorger , Polizei , Rettungsdienst 


Einsatzbericht:

Zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst kam es am Samstagabend in Kaltenkirchen.

Ein Rettungswagen wurde initial zu einem medizinischen Notfall alarmiert. Beim Betreten der Wohnung löste der CO-Warner der Rettungswagenbesatzung aus. Umgehend wurde durch den Rettungsdienst die Wohnung, sowie weitere Wohneinheiten in dem Mehrfamilienhaus evakuiert und die Feuerwehr angefordert. Mit dem Einsatzstichwort THGAS HAUS R5 (Technische Hilfe, Gasaustritt in einem Gebäude mit Großeinsatz Rettungsdienst, 3-5 Verletzte Personen) wurde die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen, sowie weitere fünf Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst alarmiert.

Die ersten Trupps der Feuerwehr begannen unter umluftunabhängigem Atemschutz mit ersten Messungen in dem betroffenen Objekt und stellten Werte von bis zu 220ppm (0,022% Kohlenmonoxid) fest.

Auf Grund der Messwerte wurde der zweite Eingang des Mehrfamilienhauses ebenfalls evakuiert. Die Maßnahmen der Feuerwehr beschränkten sich anscließend auf Belüftungsmaßnahmen des Objektes, wiederholte Messungen in dem Mehrfamilienhaus sowie das verbringen des Kohleofens ins Freie.

Aufgrund der anhaltenden Minustemperaturen stellte die Feuerwehr mehrere Fahrzeuge für die Bewohner:innen zum Wärmeerhalt zur Verfügung. Nach Abschluss der Maßnahmen durch die Feuerwehr konnten die Bewohner:innen in Ihre Wohnungen zurückkehren. Eine weitere Gefährdung wurde ausgeschlossen.

Durch den Rettungsdienst wurden insgesamt 18 Betroffene durch das medizinische Personal gesichtet und untersucht, vier von ihnen mussten für weitere Untersuchungen in umliegende Kliniken transportiert werden.

Die Einsatzstelle wurde an die Polizei übergeben.

Seitens der Feuerwehr können zu Personalien oder Verletzungen der betroffen Personen keine Angaben gemacht werden.


In diesem Zusammenhang möchten die Feuerwehren nochmals darauf hinweisen, in geschlossenen Räumen weder Kohlegrill noch Teelichtöfen o.ä. zu verwenden! Kohlenstoffmonoxid bildet sich, wenn kohlenstoffhaltige Substanzen wie Kohle, Holz, Benzin, Kunststoffe, Öl, Papier oder Gas nicht komplett verbrennen, beziehungsweise bei mangelnder Sauerstoffzufuhr während eines Brennvorgangs. Zu den kohlenstoffhaltigen Substanzen zählen auch Holzkohle, Grillbriketts und das Gas von Gasgrills. Besonders gewarnt wird vor der Verwendung von Holzkohlegrills in der Wohnung. Aufgrund der erhöhten Rauchentwicklung reichert sich Kohlenmonoxid zügig an und verdrängt die Atemluft. Die Maximale zulässige Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) in Deutschland liegt bei 30ppm (0,003%). Bereits ab diesem Wert sind leichte eigenständige Maßnahmen wie das öffnen von Türen und Fenstern notwendig. Erste Symptome könnten Unwohlsein, Schwindel und Kopfschmerz sein!

Neben den bereits vorgeschriebenen Rauchwarnmeldern können auch CO Warner in Wohnungen und Häusern Menschenleben retten!